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Der falsche Felsen

der Australien-Fotograf.de
Schon manch ein Tourist hat sich geirrt und den Uluru gut 100 Kilometer zu früh gesehen: südlich der Straße von Alice Springs in Richtung Uluru erhebt sich der Mount Conner aus der Steppe des Outback. Der ist zwar auch rot und oben flach, dennoch sieht er dem Wahrzeichen Australiens zumindest auf den zweiten Blick nicht wirklich ähnlich.

Rechts liegt ein ausgetrockneter Salzsee, links schimmert in der Ferne ein roter Felsen. Der Bus von Alice Springs zum Ayers Rock Ressort hat am Rande des Lasseter Highway Halt gemacht. Die Touristen gehen im Gänsemarsch auf eine Sanddüne hinauf, um die weite Landschaft zu überblicken und um ein paar Fotos zu machen. „Ayers Rock“, sagt ein aufgeregter Amerikaner, zeigt in die Ferne und macht dann ein paar Fotos von dem roten Felsen dort am Horizont. Er liegt doppelt falsch: Der Berg, den er dort in der Ferne sieht, ist nicht der heilige Felsen, wegen dem die meisten Fahrgäste in dem Bus sitzen. Und selbst wenn er es wäre: Der heilige rote Berg der Aborigines im roten Zentrum Australiens heißt schon längst nicht mehr Ayers Rock – so haben die europäischen Siedler den Inselberg einst genannt. Heute trägt er auch ganz offiziell wieder den Namen, den die Ureinwohner Australiens ihm gegeben haben: Uluru.

Und eben jener Uluru ist vom Halt des Busses noch gut 100 Kilometer entfernt. Der Ami und die anderen Touristen stehen auf dem Mount-Conner-Lookout und sehen eben jenen Mount Conner. Der ist oben flach wie ein Brett und hat auch an den Seiten scharfe, klar definierte Kanten. Ich mache zwar auch ein paar Fotos, frage mich aber, wie man diesen Mount Conner mit dem heiligen roten Felsen verwechseln kann. Habe ich einfach nur Glück, dass ich schon einmal dort gewesen bin, am Uluru, dem Zentrum des roten Zentrums? Als Jugendlicher bin ich mit meinen Eltern sogar über die heiligen Felsen geflogen, habe Uluru und die nahen Kata Tjuta somit bereits von allen Seiten gesehen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich als Australien-Fan bereits hunderte Bilder des steinernen Wahrzeichens gesehen habe. Für mich zumindest sieht dieser Mount Conner ganz und gar nicht wie der Uluru aus und ich weiß, dass es gleich noch ein ganzes Stück weiter geht mit dem Bus durch die platte Landschaft.

Allerdings muss was dran sein an dieser Verwechslungsgefahr. Der Busfahrer amüsiert sich prächtig über die internationalen Gäste, die staunend einen Berg fotografieren, der gar nicht der ist, den sie fotografieren wollen. Das käme häufig vor, schmunzelt er und verrät mir den Cosenamen, den die Einheimischen dem „falschen Felsen“ gegeben haben: Fooluru.